TGS Reise 25-Gruppenbild
TGS Reise 25-Gruppenbild

TGS Reisen

TGS-Auslandsfahrt 2025

15. bis 19. September 2025
News | TGS Reisen

Das Erzgebirge mit den Deutsch/Böhmischen Landschaften

Mit dem von Touristik Service Dietz und Joachim Jaschinski ausgearbeiteten Programm und der Hotelbuchung startete die TGS-Reisegruppe mit 41 Personen am Montag, 15.09.2025, zur 5-tägigen Busreise durch das Erzgebirge und die Deutsch/Böhmischen Landschaften.

Die Anreise erfolgte am Montag mit Start in Rodenbach um 6:30 Uhr über Fulda und die Autobahn Eisenach – Gera ins Zwischenziel Chemnitz, das wir gegen Mittag erreichten. Chemnitz ist mit 250 000 Einwohnern nach Leipzig und Dresden die drittgrößte Stadt in Sachsen und wurde für 2025 zur Kulturhauptstadt Europas ausgewählt. Die Stadt wurde im 12. Jahrhundert gegründet und entwickelte sich ab dem 18. Jahrhundert zu einer der bedeutendsten Industriestädte Deutschlands. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Stadt im Jahr 1953 von der SED, den sozialistischen Machthabern der DDR, in Karl-Marx-Stadt umbenannt, einen der Gründer des Kommunismus. Ein wuchtiges Denkmal des Gründers, der Chemnitz aber nie besucht hatte, genannt „der Rote Kopp“, sollte die Verbindung zur Arbeiterbewegung deutlich machen. Chemnitz wurde schließlich ein Zentrum des Maschinenbaus und hat eine Technische Universität sowie mehrere Museen. 1990 erhielt sie ihren eigentlichen Namen zurück. Mit einer Bus-Rundreise durch die Stadt und unserer kompetenten Stadtführerin lernten wir viel Details kennen und konnten uns anschließend beim Mittagsimbiss im zentralen Turm-Brauhaus-Lokal für den weiteren Tag stärken.

Am Nachmittag ging die Reise über Annaberg-Buchholz weiter zu unserem Reiseziel Oberwiesenthal mit dem Ahorn-Hotel am Fichtelberg, wo wir unsere Quartiere bezogen. Das Hotel war eine weitläufige Anlage oben auf einer Bergspitze in 1000 m Höhe, man hatte einen großartigen Ausblick auf die Bergwelt. Ein sehr großräumiges Restaurant, ein vielseitiges Buffet am Morgen und am Abend, ein guter Service, man konnte sich dort einfach wohlfühlen, obwohl die Zimmer für manchen doch etwas klein waren. Den Abend verbrachten die Teilnehmer in entspannter Atmosphäre in den Räumlichkeiten des Hotels.

Am zweiten Tag, dem Dienstag, starteten wir unsere Rundfahrt durch das Vogtland, das an der Grenze zu Böhmen und damit Tschechiens liegt. Auf die Frage nach der Bedeutung dieses Begriffs wurde den Teilnehmern erläutert, dass mit „Vogt“ im Mittelalter ein herrschaftlicher Beamter gemeint war, der im Namen eines Landesherrn regierte und auch die Gerichtsbarkeit ausübte. Die Vielzahl von „Vogten“ prägte den Namen der Region. Wir fuhren durch eine idyllische Naturlandschaft mit dichten Wäldern und schmalen Tälern, unser Weg führte über Annaberg und Schneeberg nach Reichenbach, in dessen Nähe sich der Ort Netschkau mit der berühmten Göltzschalbrücke befindet, der größten Ziegelsteinbrücke der Welt. Wir waren von diesem großartigen Bauwerk mit seinen rund 100 Bögen, das um 1850 errichtet wurde und für den Eisenbahnbetrieb heute noch genutzt wird, sehr beeindruckt. Die Fahrt ging weiter nach Plauen, das schon sehr früh ein Schwerpunkt für die Textilbranche war, und besichtigten das dortige Spitzenmuseum, das den historischen Wandel in der Produktion durch Handarbeit hin in maschinelle Herstellung anschaulich präsentierte. Unser Reiseleiter Klaus, der uns mit seinem trockenen Humor stets sehr launig unterrichtete und früher Trainer der Biathleten war, wies bei einer Durchfahrt durch ein schmales, steiles Tal darauf hin, dass man um das Jahr 1200 in der Frühzeit des Bergbaus bei solchen Tallagen die Stollen seitlich in das Berggestein trieb und nicht in die Tiefe, wie das ja später üblich wurde. Zu den Rohstoffen, die seither abgebaut wurden, zählten Silber, Zinn, Gold, Eisen, Nickel und zuletzt Uran. Im 19. Jahrhundert reduzierte sich der Abbau deutlich und verlor nach 1871 an Bedeutung.

Ab 1935 wurde hier vornehmlich nach Uran gebohrt, der Abbau endete 1990. In der DDR wurde aus militärischen Gesichtspunkten, siehe Atomwaffen, nach Kriegsende weiter nach Uran gebohrt. Personal musste mit besten Gehältern, mit neuen Wohnungen, mit für die allgemeine Bevölkerung nicht zugänglichen Lebensmitteln und mit anderen Vorteilen angelockt werden. Denn die Lebensgefahr war groß, und viele verstarben entsprechend vorzeitig. Der Verfasser nutzte aber 1992 eine besondere persönliche Gelegenheit, in ein stillgelegtes Uran-Bergwerk in Schlema für etwa zwei Stunden einzusteigen. Per Fahrstuhl fuhr man 500 m in die Tiefe, und dort waren über lange Strecken noch Loren in Betrieb. Es waren atemberaubende Momente, 500 m tief in der Erde zu sein und solche Umwelt zu erleben. Da gingen einem viele Gedanken durch den Kopf, diese nachhaltigen Eindrücke sind noch heute präsent.

Unser Tagesabschnitt mit sonnigem Wetter neigte sich dem Ende zu, aber zuvor fuhren wir noch nach Klingenthal, wo wir insbesondere die imposante Skisprungschanze anschauten, über die viele hochklassige Skiveranstaltungen laufen. Wie es hieß, sei der berühmte Athlet Jens Weißflog hier geboren.

Der dritte Tag, der Mittwoch, hatte die Stadt Karlsbad als Hauptziel. Wir starteten zunächst mit einer Schwebebahn zum nahen Fichtelberg auf 1214 m Höhe. Es war dort oben am Fichtelberghaus kalt und windig, aber man hatte eine großartige klare Sicht bis ins nahe Tschechien. Auf dem Fichtelberg warfen wir noch einen Blick auf die Friedensglocke, die als Denkmal der Einheit Deutschlands erbaut wurde und für Frieden, Einigkeit, Gerechtigkeit und Liebe läutet. Unsere Fahrt ging weiter, mal auf sächsischem und mal auf böhmischem Gebiet, wobei die Grenzen zum tschechischen Nachbarn offen waren. Dort kamen wir zunächst nach Sankt Joachimsthal. Diese Bergbaustadt entwickelte sich im 16. Jahrhundert nach dem Fund von Silbervorkommen zur bedeutendsten Bergstadt im Erzgebirge, ferner bildete sich eine im Renaissancestil gehaltene Stadtarchitektur heraus, die zum Teil bis heute erhalten ist. In der Umgebung von Joachimsthal breitete sich der Bergbau weiter aus mit dem Abbau vieler Metalle und Mineralien bis hin zum Uranabbau im 20. Jahrhundert für die Verwendung bei Atomprojekten. Die Stadt wurde auch bekannt durch die 1945 erfolgte Vertreibung und Konfiszierung der deutschen Bevölkerung einschließlich der Enteignung der evangelischen und katholischen Kirchen.

Wir fuhren weiter und waren nach gar nicht langer Zeit in der Stadt Karlsbad angekommen, der Bus wurde am Stadtrand abgestellt, und wir machten uns mit unserer Reiseleiterin Dagmar auf den Weg ins Zentrum. Durch die Stadt bewegt sich ein kleiner Fluss, die Tepl, die dort in die Eger fließt, und drum herum hat sich ein einzigartig schönes Stadtbild entwickelt. Die Stadt, die heute rund 50 000 Einwohner hat, geht auf Kaiser Karl V zurück, der im 14. Jahrhundert durch Zufall die dortigen heißen Quellen entdeckte und ihr auch seinen Namen gab. Viele berühmte Persönlichkeiten waren seit dem 19. Jahrhundert wegen der heißen Quellen nach Karlsbad gereist, u.a. Beethoven, Bismarck, Brahms, Kaiser Franz-Josef, Goethe, Peter der Große und Tolstoi. Neben den Einwohnern waren heute viele Touristen in dieser einzigartigen Perle unterwegs. Bei unserem Rundgang haben wir die schönen Kur- und Parkanlagen genossen und ebenso die verschiedenen Kolonnaden mit ihren Säulen, die zusammen mit den Häusern aus der Habsburger-Zeit ein prachtvolles Stadtbild abgaben. Seine Mittagspause hat man bei schönem Sonnenschein in einem Cafe direkt am Fluß genießen können.

Unsere Tagesreise führte uns dann weiter zur nahen Burg Loket (Elbogen). Unser Rundgang führte durch die alten Gänge und Räume der Burg, die man von Ferne bestens hat sehen können. Hier gab es Spuren, wie Menschen damals gefoltert und gequält wurden, es war ein brutaler Blick in die Vergangenheit. Den Namen erhielt die Burg durch die enge Schleife, die der Fluß dort macht. Danach fuhren wir unser Hotel an, mit vielfältigen Erlebnissen und Eindrücken in der Erinnerung. Unsere sehr unterhaltsame Reiseleiterin Dagmar erheiterte uns mit dem kleinen Hinweis, dass wir wegen Bauarbeiten vielen Umleitungen zu fahren hatten und dass wohl wieder der chinesische Ingenieur „Um-Lei-Tung“ mitgemischt habe.

Am vierten Tag, dem Donnerstag, stand eine Rundfahrt durch den zentralen Teil des Erzgebirges an. Die Reise führte bei sonnigem Wetter zunächst nach Annaberg-Buchholz und deren Umgebung. Man erlebte hier kleine Dörfer in sehr steilen Tälern, die gleichwohl auch mit Häusern bebaut worden waren. Nach dem Verlassen der Dörfer kam man schnell in dichte Wälder, die sich mit hellen Rasenflächen abwechselten. Wir erlebten hier hautnah die vielfältige Natur jener Landschaft, sehr beeindruckend. Diese Region wurde seit 800 Jahren durch den Bergbau geprägt. Ab dem 12. Jahrhundert baute man vornehmlich Silber ab, vom 16. Jh. an Gold und ab dem 19 Jh. Uran für atomare Verwendung. Für die Zukunft dürfte es vornehmlich um Lithium und andere moderne Rohstoffe gehen. Unsere Fahrt ging über Olbernhau im Grenzbereich nordwärts nach Seiffen zu einem bekannten Museum, das seit dem 19. Jh. gefertigte Holzschnitzereien ausstellt und den Wandel von der Handarbeit zur maschinellen Arbeit präsentiert.

Auf dem Rückweg zum Hotel in Oberwiesenthal machten wir einen Stopp in Annaberg-Buchholz, um uns die St. Annenkirche, die größte Hallenkirche in Sachsen, anzuschauen. Auch das Adam-Ries-Museum wurde uns vorgestellt. Den wunderbaren Schlußpunkt des Tages stellte die Fahrt mit der dampfgetriebenen Schmalspurbahn von Cranzahl nach Oberwiesenthal dar, dies war auch ein emotionaler Rückblick in die Vergangenheit und insgesamt ein eindrucksvoller Tag.

Am Freitag, dem letzten Reisetag, ging es heimwärts Richtung Rodenbach. Unser Fahrer wählte einen anderen Weg als bei der Hinfahrt, es ging jetzt zunächst über die tschechische Grenze nach Böhmen und vorbei an Karlsbad und Eger, bevor wir in Bayern ankamen und in Bamberg unseren letzten Halt hatten. Dort fand ein kleiner Rundgang durch Klein-Venedig, Rathaus und Domplatz statt. Nach einem Kaffee fuhren wir über Mainfranken, Würzburg und Fulda weiter und kamen planmäßig gegen 18 Uhr in Rodenbach an. Eine großartige Reise war zu Ende, die allen viel Freude bereitet hat. Nach einhelliger Auffassung war es eine wunderbare Gruppenfahrt, wir waren eine harmonische Gemeinschaft, die Stimmung war fröhlich. Das Hotel war großflächig und hatte eine prima Lage, der dortige Service war gut, ebenso die Vielfalt im Frühstücks- und Abendbuffet. Und einen besonders herzlichen Dank an Artur und Jarek für die Planung und Vorbereitung der Reise sowie an unseren bewährten Fahrer Joachim, der uns auch diesmal sicher durch die Lande transportiert hat.

D.K.

Vorheriger

Bleibt auf dem laufenden

Our last posts